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ZAVD nimmt an erster Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen in Berlin teil

  • 7. Dezember 2017

Am 20. und 21. November 2017 fand in Berlin die erste Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen statt, an der auch der ZAVD, vertreten durch die Vorstandsmitglieder Aziz Said und Miryam Abraham, teilnahm. Erklärtes Ziel der Konferenz ist es, ein Diskussionsforum für Migrantenorganisationen aller Art zu schaffen, um so größeren Einfluss auf die deutsche Integrationspolitik nehmen zu können. Dieses Gremium soll es Migrantenverbänden außerdem ermöglichen, gemeinsame Positionen und Forderungen zu identifizieren und eine Strategie zu entwickeln, um sie zu verwirklichen und so letztendlich Einfluss auf die politische Agenda nehmen zu können.

Diese erste Bundeskonferenz wurde im Vorfeld von mehreren Migrantenorganisationen vorbereitet, darunter auch der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV) e.V., welcher wir als Gründungsmitglied angehören. An der Konferenz selbst haben über 60 verschiedene Verbände, Räte und Initiativen teilgenommen. Neben traditionellen Migrantenorganisationen waren auch Neue Deutsche Organisationen anwesend, deren Mitglieder – junge Migranten – sich nicht mehr über ihre Herkunft definieren, sondern sich selbst als Deutsche sehen.

Während der zweitägigen Konferenz diskutierten die Teilnehmer in größeren und kleineren Gesprächsrunden über die Ziele und Themen zukünftiger Bundesmigrantenkonferenzen, ihre Strukturen und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung. Außerdem wurde über die Etablierung eines „Rates zur Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft“ diskutiert, der aktiven Einfluss auf die Politikgestaltung nehmen soll. Dieser Rat soll aus Mitgliedern der Bundeskonferenz, Integrationsexperten und Wissenschaftlern bestehen und, ähnlich wie der Ethikrat, vorzugsweise im Kanzleramt angesiedelt sein.

Als Hauptthemen für die kommenden Konferenzen im Jahr 2018 entschieden sich die Anwesenden für die Förderung politischer Teilhabe und politischer Bildung, die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung sowie für die Unterstützung eines Einwanderungsgesetzes. Die Konferenz bot auch die Möglichkeit, sich mit Vertretern und Vertreterinnen der zuständigen Ministerien auszutauschen. Anwesend waren Dr. Annette Tabbara vom Arbeitsstab der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Dr. Miriam Saati vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Herr Ulrich Weinbrenner vom Bundesinnenministerium. Zudem hielten Dr. Thorben Prenzel und Dr. Devrimsel Deniz Nergiz Vorträge über politische Lobbyarbeit, um die Verbände bei der Entwicklung einer politischen Strategie zu unterstützen.

Während der Konferenz konnten auch der ZAVD-Vorstand einige Punkte vorbringen, die ihm in diesem Zusammenhang wichtig sind. Zum einen betonten die ZAVD-Repräsentanten, dass ethnische Verbände sowohl in der Bundeskonferenz als auch in einem zukünftigen „Rat zur Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft“ ausreichend repräsentiert sein müssten. Ferner sollten die Migrantenorganisationen zwar ihre Zusammenarbeit verstärken, jedoch gleichzeitig ihre Vielfalt bewahren. Darüber hinaus sollte sich die Bundeskonferenz nach Ansicht des ZAVD-Vorstandes zum Ziel setzen, den interkulturellen und interreligiösen Austausch zwischen den Verbänden zu verstärken.

Insgesamt wurde mit dieser ersten Konferenz der Grundstein für eine vertiefte Zusammenarbeit der Migrantenorganisationen gelegt. Durch seine Teilnahme hat der ZAVD die Möglichkeit, aktiv an der weiteren Gestaltung der Konferenz und an allen zukünftigen Projekten mitzuwirken, welche aus ihr resultieren.