Zentralverband der Assyrer in Deutschland (ZAVD) beendet wegen Genozidleugnung Kooperation mit der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD)

Pressemitteilung,Seyfo,Türkei

Zentralverband der Assyrer in Deutschland (ZAVD) beendet wegen Genozidleugnung Kooperation mit der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD)

Die türkische Regierung, als auch die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) erhöhten in letzter Zeit den Druck auf den deutschen Bundestag, einem Antrag zur Anerkennung des Völkermordes um 1915 im Osmanischen Reich nicht zuzustimmen. Sowohl die türkische Regierung, als auch die TGD bedienen sich hierbei selber Argumentationsstränge.1

Johann Roumee (1. ZAVD-Vorsitzender)

Johann Roumee (1. ZAVD-Vorsitzender)

Aus diesem Grund sehen wir in der TGD einen Interessenvertreter der türkischen Regierung. Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass eine in Deutschland ansässige Dachorganisation die systematische Ermordung und Vertreibung hunderttausender unschuldiger Opfer verharmlost oder gar infrage stellt. „Als eine in Deutschland aktive Organisation hat die TGD die Aufgabe zu einer Versöhnung der betroffenen Völker in der deutschen Gesellschaft beizutragen, gar die Erfahrungen mit der deutschen Geschichte an die türkische Regierung zu vermitteln. Durch Aussagen wie in deren Pressemitteilung vom 20. April 2016, erschwert die TGD den Versöhnungsprozess zwischen den betroffenen Volksgruppen“, so Johann Roumee, erster Vorsitzender des ZAVD. „Wir sehen keine vertrauensvolle Basis, um die Zusammenarbeit fortzusetzen.“ Das derzeit laufende Patenschaftsprojekt, welches in erster Linie Flüchtlingen zugutekommen sollte, wurde aus diesem Grund auf einen anderen Projektpartner übertragen. „Es ist für uns moralisch nicht tragbar, Daten von assyrischen Flüchtlingen an eine türkischstämmige Organisation zu übermitteln, welche der türkischen Regierung nahesteht und die Massaker von 1915 nicht als Völkermord anerkennt.“

In diesem Sinne, appellieren wir an den deutschen Bundestag, sich nicht der türkischen Regierung oder seinen Handlangern zu beugen. Die historische Wahrheit, sollte, gleichwohl wie bitter sie auch ist, beim Namen genannt werden: Es war ein Völkermord. Nur durch die Anerkennung des Genozides von 1915 an den Assyrern, Armeniern und Griechen ist eine weitere Annäherung und Versöhnung möglich.

1)  siehe http://www.tgd.de/2016/04/20/tgd-ruft-bei-der-aufarbeitung-der-armenierfrage-zu-besonnenheit-auf/

Tags :
Anerkennung,Antrag,Armenier,Assyrer,Bundestag,Genozid,Griechen,Johann Roumee,Osmanisches Reich,Pontos-Griechen,TGD,Türkische Gemeinde in Deutschland,Völkermord,Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland

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