PM der BAGIV zum Integrationsgipfel zum Thema Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland

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PM der BAGIV zum Integrationsgipfel zum Thema Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Anläßlich des 7. Integrationsgipfels am Montag, den 1.Dezember 2014 in Berlin zum Thema Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland veröffentlicht die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV) e. V. die unten stehende Pressemitteilung.

Jugendliche mit Migrationshintergrund sind benachteiligt

Anlässlich des 7. Integrationsgipfels der Bundeskanzlerin am 1. Dezember 2014 legen die
Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände e.V. und das CGIL-Bildungswerk e.V. ein
gemeinsam erarbeitetes Positionspapier zum Thema Ausbildung der jungen Menschen in Deutschland
mit folgenden konkreten Zielen und Handlungsempfehlungen vor:

• Die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen insgesamt und im Besonderen bei denen mit
Zuwanderungsgeschichte erhöhen.
• Die Bewerberauswahlverfahren sollten dahingehend überprüft werden, ob sie zeitgemäß sind
und auch all denen ausreichende Chancen bieten, die selbst oder deren Eltern nicht in
Deutschland aufgewachsen sind. Die Einführung eines anonymisierten Bewerbungsverfahrens
kann hier Abhilfe schaffen.
• Die oft grundsätzliche herrschende Diskriminierung muss bekämpft werden.
• Es müssen wieder mehr Unternehmen für die Ausbildung gewonnen werden; der Öffentliche
Dienst sollte beispielhaft vorangehen.

Nach dem aktuellen Berufsbildungsbericht beginnen nur halb so viele Jugendliche mit
Migrationshintergrund eine Ausbildung als junge Deutsche. Ein Hauptgrund für diese Situation stellen
die niedrigeren allgemeinen Schulabschlüsse von Ausbildungssuchenden mit Migrationshintergrund,
aber auch mangelnde Kenntnisse über ihre Kompetenzen und zunehmende Diskriminierungen auf dem
Arbeitsmarkt dar.

Der demographische Wandel wird in absehbarer Zeit dazu führen, dass der Bedarf der Wirtschaft an
ausbildungsinteressierten Jugendlichen entscheidend über der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen
liegen wird. Unabhängig davon ist die Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf dem
Ausbildungsmarkt prekär. Diese beiden Sachverhalte angemessen zu berücksichtigen, stellt eine
Herausforderung für die Politik, aber auch für alle Akteure auf dem Ausbildungsmarkt dar.

Um die Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern, müssen die
arbeitsmarktpolitischen Instrumente für den Ausbildungsmarkt kritisch auf Effizienz und Wirksamkeit
überprüft und angepasst werden.

„Wir halten die formulierten Ziele und deren Erreichen für unerlässlich auf dem Weg zu einer
Chancengleichheit für Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem bundesdeutschen
Ausbildungsmarkt“ sagt Mehmet Tanriverdi, der Präsident der BAGIV. „Am dringlichsten sehen wir
die Einführungen eines anonymisierten Bewerbungsverfahrens und einer Quotenregelung für die
Besetzung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im Öffentlichen Dienst an.“

Das ausführliche Positionspapier einschließlich konkreter Handlungsempfehlungen finden Sie auf
www.bagiv.de

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