Akitu 6765 – frohes neues Jahr!

Assyrien

Akitu 6765 – frohes neues Jahr!

Unser assyrisches Neujahrsfest 6765 widmen wir unseren Geschwistern in großer Not

Wir feiern heute Akitu, das kulturelle neue Jahr 6765 der Assyrer, dessen Zeitrechnung auf die Gründung des ersten Assur-Tempels in der antiken assyrischen Hauptstadt Assur 4750 v. Chr. zurückgeht. Es ist die die Geschichte von Ishtar, der assyrischen Liebesgöttin und Tamuz, an dem sich die Assyrer jedes Jahr erinnern. Der wesentliche Inhalt ist das Ende einer dunklen kalten Jahreszeit und der Beginn eines warmen, glücklichen Neuanfang. Dieser Neuanfang steht symbolisch nicht nur für die Aussaat, sondern für den Geist und das Leben, neue Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Es steht für die Wiedergeburt und für die Liebe.

In dieser schweren und von Leid geplagten Zeit für die Assyrer in Ihrer indigen Heimat, durch Bürgerkrieg und Vertreibung durch den „Islamsichen Staat“ (IS) gebrandmarkt, wirkte es wie ein kleiner Neujahrsanfang, als uns die Nachricht über die Freilassung von 23 assyrischen Geiseln aus den Fängen des IS erreichte. Laut einer Mitteilung des Saarländischen Innenministeriums werden diese nun im Saarland aufgenommen. Sie müssen aber zunächst in den Libanon, ehe sie nach Deutschland ausreisen können. Wann sie in Deutschland eintreffen, ist noch unklar.

Am Morgen des 23. Februar, noch vor Sonnenaufgang, attackierten Terroristen des Islamischen Staats (IS) die Assyrer-Region Khabour im Nordosten Syriens. Die Terroristen vernichteten ganze Dörfer und töteten mehrere Menschen. Insgesamt nahmen sie über 350 Assyrer aus der Region als Geiseln, darunter vornehmlich Frauen, Kinder und alte Leute. Zuvor, ab Juni letzten Jahres, überfiel der IS auch die Ninive-Ebene, woraufhin über 200.000 Assyrer fliehen mussten und sie bis heute als Flüchtlinge leben müssen. Die Zerstörungswut des IS macht nicht einmal vor unseren antiken Artefakten Halt; die Zerstörung der antiken Stätten Nimrud und Hatra, Artefakte aus dem Museum von Mosul und weitere antike Artefakte, die zum Weltkulturerbe gehören haben sie ebenfalls zu verantworten. Der ethnische und kulturelle Genozid erreicht einen neuen Höhepunkt.

Heute und in diesen Tagen werden Millionen von Assyrern weltweit Ihre Opfer beklagen, aber auch das Akitu Fest zelebrieren. Auch der ZAVD wird diesen besonderen Tag am 05. April in Wiesbaden mit einer zentralen Veranstaltung gedenken. Die Veranstaltung steht im Zeichen für die notbedürftigen assyrischen Flüchtlinge in Syrien und im Irak.

Wir wünschen vor allem unseren Brüdern und Schwestern im Irak und in Syrien ein friedvolles Akitu und rufen allen unseren Mitgliedern und Freunden, sowie allen Gläubigen der Menschlichkeit dazu auf, sich weiterhin für ihre existenziellen Belange einzusetzen.

Der Vorstand

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