Türkisches Militär steckt Wälder im Tur Abdin in Brand

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Türkisches Militär steckt Wälder im Tur Abdin in Brand

Im Tur Abdin, im Südosten der Türkei, sind am Dienstag, den 04.08.2015, mehrere Waldbrände aufgeflammt. Die Brände brachen in den Wäldern, Gebüschen und Hängen des Izlo Gebirges aus. Die Feuer haben sich mittlerweile auch auf Wohngebiete der assyrischen Christen ausgebreitet. Nach den Luftangriffen auf vermeintliche Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in assyrischen Dörfern im Nordirak, einer Explosion in Azakh (Idil) und einem Brand in Herbol, ist dies das jüngste Ereignis von mehreren Zwischenfällen in den letzten Wochen.

Berichten der Dorfbewohner zufolge ist das türkische Militär für die Brände verantwortlich. Ziel sei es, der PKK die Rückzugsmöglichkeiten zu nehmen. „Die Taktik der kahlen Landschaft weckt Erinnerung an vergangene Zeiten. Die Geschichte wiederholt sich fortwährend. Die Menschen werden ihrer Lebensgrundlagen beraubt, die Natur wird zerstört und auch zivile Opfer werden in Kauf genommen“, so Shabo Akdiran, Vorstandsmitglied des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen e.V (ZAVD), der sich derzeit im Tur Abdin in der Nähe der Brände aufhält. Schon früher wurden Wälder und Weinberge in Brand gesteckt. Der letzte Brand ereignete sich an derselben Stelle vor genau zwei Jahren.

Dabei war seit dem Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien für die kriegsgeplagte Bevölkerung eine gewisse Stabilität und Sicherheit zu spüren. Das Aufflammen des kriegerischen Konfliktes trifft nun vor allem unbeteiligte und kleinere ethnische Minderheiten wie die Assyrer im Tur Abdin. Die Sorge um den Verlust der letzten christlichen Siedlungen im Südosten der Türkei ist groß. Aufgrund des Konfliktes in den 80er und 90er Jahren verließen mehr als 250.000 Christen das Land.

Der ZAVD appelliert an die türkische Regierung, bei ihrem Kampf gegen die PKK die Sicherheit und Rechte der Bevölkerung zu bewahren. „Wir fordern einen Stopp der militärischen Brandstiftungen und die Einleitung sofortiger Hilfsmaßnahmen in den betroffenen Gebieten. Die Konfliktparteien müssen zum Wohle der Bevölkerung, der Natur und der Region an den Verhandlungstisch zurückkehren“, so Shabo Akdiran.

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