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Syrien – 250 weitere Christen in der Gewalt des IS

  • 8. August 2015

Am Morgen des 7.8.2015 griff der Islamische Staat (IS) weitere Dörfer im Umland der Stadt Homs an. 300 Familien konnten in die Stadt Homs fliehen. Dagegen wurden 150 Personen aus dem Dorf Al-Qunaytira eingeschlossen. Damit erhöht sich die Zahl der Assyrer in der Gewalt des IS auf 250. Bereits am Mittwoch, den 5. August, wurden 100 Assyrer entführt. Dies geschah nach heftigen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und IS-Terroristen in der Stadt Qaryatain nahe Homs. Nuri Kino, der Gründer der Initiative „A Demand For Action“, bestätigte in den Abendstunden des 7. August, dass es sich bei allen Entführten um syrisch-orthodoxe oder syrisch-katholische Christen handelt.

Die aktuellen Vorgänge spielen sich im Westen Syriens an der Nordgrenze zum Libanon ab. Sie wecken Erinnerungen an frühere Fälle von Entführung und Massendeportation, wie im Fall der über 200 Assyrer aus der Khabour-Region, die im Januar und Februar dieses Jahres verschleppt wurden. Des Weiteren sind Entführungen auch den Christen der Stadt Qaryatain nicht unbekannt, da hier früher bereits Menschen entführt wurden, wie z.B. der Geistliche Yacoub Murad. Über den Verbleib aller genannten Personen gibt es bislang keine neuen Informationen. Die Angst ist nun groß um das Schicksal der Entführten bei Homs. Es herrscht die Furcht, dass die Frauen zu Sex-Sklaven gemacht werden, vor Massenexekutionen und Enthauptungen.

Aus diesem Grund appellierte die Syrisch-Orthodoxe Erzdiözese in Homs an alle humanitären und kirchlichen Organisationen weltweit, sich für die 250 in Al-Qaryatain festgehaltenen Christen einzusetzen und ihre Freiheit zu erwirken. Wir schließen uns diesem Appell an und adressieren ihn ebenso an die Internationale Gemeinschaft und die Bundesrepublik Deutschland:

Wir fordern die Internationale Gemeinschaft und insbesondere die Bundesrepublik Deutschland auf, sich für die Befreiung der Entführten einzusetzen.

Wir fordern stärkere Bemühungen der Internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den IS. Mit den Worten des Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche: Sorgen Sie für eine Unterbindung des Waffenhandels mit dem IS und legen Sie dessen Finanzierungskanäle trocken.

Wir appellieren besonders an die Bundesrepublik, dahingehend zu wirken, dass der Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden beendet wird und neue Provokationen beiderseits unterbunden werden.

Während die Menschen sehnlichst das Ende des Bürgerkriegs wünschen, fließt nun im Norden im Grenzgebiet der Türkei, des Irak und Syriens wieder Blut. Obgleich dieser Krieg nicht unserer ist und wir Frieden wünschen, sind wir auch hier wieder Leidtragende und sehen, dass die Türkei einen Weg einschlägt, der zur Destabilisierung und Gewalt in der Region beiträgt.

Daher fordern wir die türkische Regierung auf, die militärische Brandstiftung im Südosten der Türkei zu beenden, welche die Existenz ihrer eigenen Staatsbürger bedroht, zu denen auch die christlichen Assyrer zählen.

Zudem fordern wir die türkische Regierung auf, ihre Konflikthandlungen mit der PKK einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Ein Krieg der Türkei mit ihren eigenen Bürgern schadet der türkischen Zivilbevölkerung und der Bevölkerung Syriens und des Iraks und entlastet die Terroristen des Islamischen Staats.

 

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Fotonachweis
Flüchtlinge: http://www.ibtimes.co.uk
Karte und Panzer: http://www.dailymail.co.uk