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Assyrerin aus Patenschaftsprojekt in Gütersloh erfolgreich in Ausbildung vermittelt

  • 31. Juli 2017

Seit letztem Frühjahr wird vom Zentralverband der Assyrer e.V. (ZAVD) das Patenschaftsprojekt durchgeführt. Hierbei kooperiert der ZAVD als Hauptträger des Projektes auf Bundesebene mit dem Deutschen Roten Kreuz. Bei dem Projekt werden Geflüchteten Paten an die Seite gestellt, die sie durch alltägliche Lebenssituationen begleiten. Im zweiten Interview der Reihe „Erfolge des Patenschaftsprojektes“ berichtet Zalin Shamoun (Geflüchtete) von Ihren Erfahrungen mit dem Projekt, der Integrationsarbeit des ZAVD und dem Ankommen hier in Deutschland.

Zur Person

Zalin Shamoun ist 20 Jahre alt und stammt aus der assyrischen Stadt Qamishli.
Am 01. August 2017 beginnt Zalin ihre Ausbildung bei einem führenden Anbieter von Elektronikartikeln in Gütersloh. Mithilfe ihrer Patin Sabrina Schluckebier (Koordinatorin Patenschaftsprojekt) des ZAVD konnte Shamoun die Weichen für die Ausbildung stellen.

ZAVD: Seit wann sind Deine Familie und Du hier in Deutschland?

Zalin: Ich bin seit 2014 hier in Deutschland. Ursprünglich komme ich aus der Stadt Quamishli/Syrien. In Syrien war eine hochbrisante Lage, als wir uns auf den Weg gemacht haben und geflohen sind – Krieg. Meine Geschwister, meine Mutter und ich, wir machten uns gemeinsam auf die weite Reise nach Deutschland. Meine ältere Schwester, sie ist Ärztin, und mein Vater mussten leider vorerst in Syrien bleiben.

ZAVD: Hast Du Dich mittlerweile an Deutschland gewöhnt?

Zalin: Ich mag Deutschland sehr, hier gibt es viele Möglichkeiten. Am Anfang war es schwer von zu Hause weg zu gehen, aber durch den ZAVD und den Mesopotamien Verein haben wir uns schnell zurechtgefunden. Sofern man offen ist und bereit sich zu integrieren. Natürlich vermisse ich aber auch meine alte Heimat, die Landschaft, meine Schwester und meinen Vater.

ZAVD: Seit wann machst Du bei dem Patenschaftsprojekt mit?

Zalin: Ich mache beim Patenschaftsprojekt seit Sommer letzten Jahres mit. Das Projekt ist sehr gut, ich habe eine sehr nette Patin, die regelmäßig fragt, wie es uns geht und uns hilft. Neben mir hat Frau Schluckebier noch weitere Patenkinder, oft treffen wir uns alle zusammen.

ZAVD: Hast Du auch durch sie von der Integrationsarbeit des ZAVD erfahren? Wie lief das Ganze ab?

Zalin: Genau. Frau Schluckebier (Patenschaftskoordinatorin) trifft sich mit uns und wir können ihr jederzeit schreiben. Nachdem ich einige Praktika absolviert hatte, habe ich Frau Schluckebier von meiner Suche nach einem Ausbildungsplatz erzählt. Diese schilderte meine Suche dem Leiter der Bundesgeschäftsstelle des ZAVD. Woraufhin dieser mich mit Hilfe von Kontakten zu einem Job Center-Projekt weiterleitete. Meine Sachbearbeiterin wurde sozusagen informiert und anschließend wurde ich zur Esta-Bildungswerk GmbH in Gütersloh weitervermittelt. Hierbei bekam ich Unterstützung bei meinen Bewerbungen. Frau Schluckebier erkundigte sich dabei immer nach meinen Fortschritten. Und nun nach einem kurzen Probearbeiten erhielt ich die Zusage zu einer Ausbildung. Ich bin sehr stolz darauf.

ZAVD: Wie findest Du die Integrationsarbeit des ZAVD?

Zalin: Die Arbeit des ZAVD ist sehr hilfreich. Durch das Patenschaftsprojekt habe ich eine liebe Bezugsperson gefunden und kenne mich nun viel besser mit der deutschen Kultur aus. Mithilfe der ZAVD Geschäftsstelle habe ich Daten und Adressen bekommen, an die ich mich dann gewendet habe. Und beim Patenschaftsprojekt geht es um persönliche Kontakte.

ZAVD: Hast Du auch viel mit dem Assyrischen Mesopotamien Verein Gütersloh zu tun?

Zalin: Na klar. Wir sind extra nach Gütersloh gekommen, weil wir wussten, dass hier viele Assyrer leben. Durch den ZAVD und seine Projekte habe ich viele Dinge erreicht. An den Integrationsprojekten und auch den Veranstaltungen im Verein nehme ich immer gerne teil. Trotzdem muss man immer selbst motiviert sein und auch mutig und sich trauen, selbst die Initiative zu ergreifen. Ich habe zum Beispiel auch, währenddessen ich bei den Projekten des ZAVD mitmache, mehrere Sprachkurse besucht.

ZAVD: Kannst Du Dir auch in Zukunft vorstellen bei einem Integrationsprojekt des ZAVD mitzuwirken?

Zalin: Ja, sehr gerne sogar. Wenn einem geholfen wird, egal wie, dann ist das viel wert! Natürlich muss man sich auch selbst integrieren wollen und manchmal klappt auch nicht alles so wie man es sich vorstellt. Aber man kann auch gerade durch die Integrationsprojekte des ZAVD für sich selbst etwas erreichen. Durch das Patenschaftsprojekt gewinnt man Freunde und Erfahrungen. Ich kann nur jeden Geflüchteten dazu ermutigen ebenso am Projekt teilzunehmen. Meiner Integration in Deutschland hat es sehr geholfen, ich habe durch Frau Schluckebier die deutsche Kultur besser kennengelernt, die Sprache und auch die Sichtweise.